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Buchtipp: Die Baustellen der Nation

Ulf Burmeyer und Philip Banse kennen die ein oder anderen bereits aus einem weitläufig bekannten Podcast: Die Lage der Nation. Einmal wöchentlich kehren sie die gesellschaftspolitischen Themen zusammen, ordnen sie ein, erklären und vor allem: Sie machen konstruktive Vorschläge was man besser machen könnte. Das begeistert mich auch am Buch der beiden welches nun im Jahr 2023 veröffentlicht wurde. Sie beschreiben zahlreiche Baustellen der Nation, über fehlende Digitalisierung in der Verwaltung aber auch über den schleppenden Ausbau der Windkraft in Deutschland. 
 
Mit ihrer ruhigen, sachlichen und erklärenden Erzählform machen sie einen großen Unterschied zu anderen Formaten. Statt mahnender Anklageschrift wird im Detail untersucht woran es liegt, dass man in Verwaltungen zwar Dokumente online abrufen kann, das Passwort zum Entschlüsseln dann aber per Post erhält. Mit der Bund ID gäbe es schon fertige Lösungen mit eingebautem Datenschutz – nur die Umsetzung und Implementierung in den Rathäusern ist noch verbesserungswürdig und unnötig kompliziert. Das ist nur ein kleines Beispiel indem die beiden Autoren ausführlich erklären wo es hakt, aber sie erwähnen auch wo das Schmiermittel ist, wenn etwas angerostet erscheint und sich eigentlich endlich bewegen sollte.
 
Die beiden Autoren führten zahlreiche Gespräche für ihr Buch und beschreiben eine politische Sichtweise, welche eine ausgewogene Betrachtung der Themen möglich macht. Sowohl auf kommunaler, aber auch auf Bundesebene wird oftmals nur gestritten, ohne dass die beteiligten Personen überhaupt auf einer Ebene kommunizieren, wo es nicht nur ums Recht haben geht. Vielmehr wünscht man sich die Bereitschaft, für die beste Lösung zu streiten, nicht für den besten Schlagabtausch. 
 
Das Buch leistet dazu einen wichtigen Beitrag, denn ausführliche Informationen zu Themen wie die Kompetenzerweiterung des Bundesrates im Jahre 1958 als auch die Frage warum die Infrastruktur von Schulen über Bahngleise so marode ist, verdient mehr als bloßes aufeinander eindreschen um die Schuld von sich selbst zu weisen. Wir sind vielleicht alle ein bisschen schuld und müssen uns überlegen was man fortan besser machen kann – wer damit anfangen will sei die Lektüre für Stunden zwischen Weihnachten und Neujahr wärmstens ans Herz gelegt. 
 
 
Diese Rezension wurde im übervollen Zug von Frankfurt nach Koblenz, im Stehen, am Handy von Carsten Hellmann geschrieben.

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