GRÜNE UNNA

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Buchtipp: Das Leben ist ein vorübergehender Zustand

Gabriele von Arnim,  Rowohlt Verlag, 240 Seiten, 22€

Dieses Buch ist mir zufällig über den Weg gelaufen! Eine Freundin hatte es mir wärmstens empfohlen. Der Klappentext hätte mich eher abgeschreckt.

Die bekannte Journalistin Gabriele von Arnim schreibt über die zehn Jahre ihres Lebens, die sie an der Seite ihres schwerkranken Mannes verbracht hat. Gerade hatte sie sich entschieden, die problembeladene Beziehung zu beenden! Ein Schlaganfall trifft ihren Mann und kurz darauf ein zweiter. Sie benennt ihren Mann in diesem Buch nicht, es ist der zeitweilige ARD Chefredakteur Martin Schulze.  Danach ist alles anders, der Mann, selbst Journalist und ein Mann des Wortes, kann nicht mehr schreiben, nicht mehr gehen, er kann sich nicht mehr so artikulieren, dass andere ihn verstanden hätten. Gleichzeitig ist er hellwach im Kopf!

Von Arnim spart nicht an Deutlichkeit, wenn sie über den körperlichen Verfall ihres Mannes schreibt, über Abhängigkeit und Erniedrigung.  Sie führt uns vor Augen was es bedeutet, in einer Gesellschaft zu leben, in der man Kranke nicht sehen soll, Schwäche bestenfalls gemanagt wird. Sie schreibt schonungslos offen über ihre eigenen Gefühle und Ängste „…habe ich mich wehren müssen gegen Resignation, gegen die Versuchung zu kapitulieren…Bitterkeit habe ich mir schlicht verboten“

Es ist Gabriele von Arnim gelungen über diese herausfordernde Zeit ein kluges, berührendes aber auch mutmachendes Buch zu schreiben. Sie schreibt über die abwehrenden distanzierten Reaktionen von Freunden und Kollegen, also über Ängste, schwerkranken beeinträchtigten Menschen zu begegnen. Sie schreibt genauso eindrücklich über Freundschaft, Hoffnung und Zuversicht. Ein Beispiel: ein Kreis von siebzehn Menschen, die Vorleser*innen, kommen regelmäßig, um ihrem Mann aus Büchern und Zeitungen vorzulesen und die so für ihn zu einer Verbindung zu der Welt „da draußen“ wurden.

Dieses Buch ist kein Leidensbuch. Von Arnim hat es erst Jahre nach dem Tod ihres Partners auch an Hand von Tagebüchern verfasst. Es ist eher ein philosophisches nachdenklich machendes Buch über den Tod,  den Wert eines selbstbestimmten Lebens, ein Buch über „Empathie, Achtsamkeit und das Achten auf andere“.

Dieses Buch ist 2021 erschienen, das neue Buch von Gabriele von Arnim „Der Trost der Schönheit“ habe ich noch nicht gelesen. Es steht aber weit oben auf meiner Leseliste.

Renate Kolkmann-Meeth ist schon lange grün interessiert und jetzt auch aktiver dabei, gern in konkreten Projekten, z.B. der Schulstraßenpark!  „Am liebsten lese ich bei einer Tasse Kaffee und esse dazu Schokolade.“

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