Bau der Westtangente versus integriertes Verkehrskonzept

Die Dortmunder CDU hat sich mit den Grünen und der Linken für ein Planungsmoratorium bei der OWIIIa entschieden. Die verlängernde Westtangente auf Unnaer Stadtgebiet sollte federführend von Dortmund aus geplant werden unter Mitfinanzierung der Stadt Unna, um einen Entwurf aus einem Guss zu erstellen. Unnas Bauverwaltung hat nach eigenem Bekunden kaum genug WoMan-Power für viele andere wichtige Projekte. Und das Land? Hat derzeit in der Corona-Krise wahrlich andere Sorgen.

Unnas Bürgermeister Dirk Wigant (CDU) äußerte anlässlich einer Feierstunde auf dem interkommunalen Gewerbegebiet Unna/Kamen, dass der Weiterbau der Westtangente „als zusätzlicher Abfluss neben der Autobahn interessant“ wäre.
Wir würden ergänzen „… interessant für einen Platz im Museum der verkehrspolitischen und klimaschädlichen Flops. Dirk Wigant hatte uns bei seiner Antrittsrede als Bürgermeister versprochen, den Klimaschutz erstrangig zu behandeln. Wir nehmen ihn beim Wort und haben auch in Sachen Westtangente konstruktive Vorschläge dafür!

Hier hinterfragen wir noch einmal einige Argumente der StraßenbefürworterInnen während des bislang mindestens 30 Jahre lang dauernden „Moratoriums“:

Da hieß es:
OWIIIA und Westtangente müssten auf Unnaer Gebiet unbedingt gebaut werden, damit Massen vom Verkehr des Dortmunder OWIIIA- Teilstücks nicht überflutet wird.
Wir wissen aber, dass Dortmund zumindest in den nächsten 5 Jahren nichts weiter planen und erst recht nichts bauen wird. Bringt es also nach 5 Jahren Aufschiebung der Planung plus ca. 5 Jahren Bauzeit, also 2030 noch Sinn, eine solche Umgehungsstraße im Hinblick auf geänderte Verkehrsziele überhaupt noch zu erwähnen?

Dann sollte zumindest die Westtangente zwingend die Kamener Straße und die Friedrich-Ebert-Straße entlasten und die Verkehre des Gewerbegebietes aufnehmen.

Tatsächlich gibt es keine gutachterliche Erhebung, ob und wie sehr Fr.-Ebert- und Kamener Straße entlastet würden. Da etwa die Hälfte aller Autofahrten nicht weiter als 5 km reichen, werden diese nicht den Umweg über die Westtangente nehmen. Wer aber über die B 1 oder vom Stadtgebiet südlich davon nach Kamen oder weiter möchte, kann heute schon über die 6-spurige A 1 fahren. Eine spürbare Entlastung der innerstädtischen Straßen erwarten die Grünen nicht.

Eine Umgehungsstraße für eine Autobahn? Das Gewerbegebiet wird ja jetzt schon wegen des A1-Anschlusses in Kamen als verkehrlich besonders gut erschlossen gefeiert. Würde mit der Westtangente nicht vielmehr für den LKW- Verkehr eine Mautumgehungstrecke gebaut, die wie alle Straßen noch zusätzliche Verkehre anzieht und hier auf das Unnaer Stadtgebiet lenkt? Das wird die Straßen rund um Zurbrüggen erheblich mehr belasten.

Sachkundige BürgerInnen haben bei Fragen an die zuständigen Verwaltungsmenschen, woher das Wissen über diese Entlastung denn komme, nur die Antwort gehört: „Wir glauben das so.“
Asphaltieren als Glaubenssache?

Nun kann man natürlich über die Logistik in einem noch wachsenden Gewerbegebiet reden. Und wir können uns über intelligente Konzepte für den Verkehr und seine Lenkung unterhalten.

Wir sind uns sicher: es ist einfallslos und schädlich weiterhin mit naturzerstörenden und hitzespeichernden Bahnen die letzten Freiflächen zu asphaltieren. Es wäre wieder nur verlorene Zeit für Wirtschaft und Klima, unsere begrenzten Ressourcen in veraltete Verkehrskonzepte fehl zu investieren.

Vor kurzem hörten wir aus Richtung Bundes-CDU: Das Thema Klimaschutz sollten die Menschen demnächst mit der CDU in Verbindung bringen (C wie Klimaschutz?).

Wir GRÜNE sind für einen kreativen Wettbewerb!
Wir schlagen ein Planungsmoratorium von zunächst 5 Jahren für das Straßenprojekt „Westtangente“ vor. Bereitgestellte Mittel sollten für ein integriertes ökologisches Verkehrskonzept und seine Umsetzung verwendet werden. Mit einem intelligenten Konzept kann der Nachweis erbracht werden, dass ein Bau in 10 Jahren überflüssig ist.

 

Gudrun Bürhaus, Ratsmitglied B90 / Die Grünen im Rat der Kreisstadt Unna

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