GRÜNE UNNA

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Wehret den Anfängen

Veranstaltung des Runden Tisches und zur AFD-Kundgebung am 29.8. in Massen:

Es sind nun einige Tage seit den Ereignissen  vergangen. Mit diesem zeitlichen Abstand ist es vielleicht besser möglich sachlich zu vermitteln, warum es bei der AFD-Kundgebung leider nicht  um eine Meinungskundgebung im üblichen demokratischen Spektrum ging. Und sicher haben nicht alle Menschen Zeit und Mittel, um wichtige politische Hintergründe zu recherchieren. Denn wichtig ist nicht nur, was AFD-Leute sagen – da haben sie bei offiziellen Terminen oft – aber nicht immer!  – Kreide gefressen. Wichtig ist, was in ihren Einflussbereichen heute schon geschieht und wer die  offenkundigen Nazis in ihren Reihen sind oder deren Nähe sucht.

Herr Helferich, der Bundestagsabgeordnete und Hauptredner der Veranstaltung, ist ein enger politischer Freund des Herrn Höcke. Höcke darf man aus guten Gründen und mit richterlicher Genehmigung einen Faschisten nennen. Er macht zu offenkundig in seinen Reden Anleihen bei Hitler und Goebbels,  auch in seiner Gestik. Herr Helferich erklärte sich „zum freundlichen Gesicht des Nationalsozialismus“ und outete sich damit offenkundig selbst als Nazi und Sympathisant jener terrorististischen  Vereinigung, die die Verantwortung für den größten Völkermord der Geschichte trägt.

Weitere Infos zu den beiden Herren in den Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rn_H%C3%B6cke#Antisemitismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Helferich

Auch Hitler hat während der Weimarer Republik keinen  Wahlkampf gemacht mit „Versprechen“ wie:

„Wenn ich an die Macht komme, beginne ich den Zweiten Weltkrieg, lasse rund rund 6 Millionen Juden ermorden und viele andere Menschen dazu. Und wenn dann jemand von euch  angesichts eines in Trümmern liegenden Deutschlands tatsächlich wagt zu behaupten, dass ich den Krieg verliere: den lasse ich dann umgehend köpfen. „

Hat er  nicht gesagt.  – es aber später  so gemacht. Kluge Menschen haben  aus seinem Buch und dem Treiben der mit den Nazis assoziierten Prügelhorden vor seiner Machtergreifung  schon geschlossen, dass die NSDAP eine kriminelle Bande ist, die Deutschland schwer schaden kann.

Leider haben andere– durchaus auch intelligente Menschen –  die Nazis nicht so ernst genommen. Die letzlich stattgefundenen Verbrechen waren so monströs und  einmalig in der Weltgeschichte, dass hier bei vielen die Vorstellung versagte. Und so konnte Hitler  unter vielen Lügen und Kreidefresserei auch mit Hilfe von Wahlen und der Unterstützung von naiven Erzkonservativen und reaktionären Industriellen  an die Macht kommen. Ploppt da nicht heute  ein Gedanke an Herrn Merz und die Frage nach der Brandmauer  auf? Wir können es heute besser wissen!

Schauen wir uns doch einfach mal an, was in den Gegenden geschieht, wo die AFD heute schon eine einflussreiche politische Kraft ist. Erst vor einigen Wochen beklagten sich zwei junge LehrerInnen aus Burg im Landkreis Spree-Neiße, dass  sich außer ihnen kaum jemand den Naziparolen und Hitlergrüßen auf dem Schulhof ihrer Schule entgegenstellte, Andersdenkende aus Angst vor Nazigewalt ihre Meinung kaum noch äußern würden. Eine rechte Meute mobbte die beiden von der Schule. Die AFD feierte diesen Gewaltakt als Erfolg „Bürgerliches  Engagement wirkt“ – eine Verhöhnung dieses Begriffs 

https://www.dw.com/de/ostdeutschland-lehrkr%C3%A4fte-weichen-vor-rechtsextremismus/a-66227821

Demokratisch gewählte Politiker –  Bürgermeister  – geben aus Angst um ihre Familie ihr Amt auf, Andersdenkende werden  bedroht, Migranten durch die Straßen gehetzt, Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, Synagogen und Moscheen verübt. Anfänge dazu gibt es auch in westlichen Teilen der Republik.

Auch die TeilnehmerInnen der Kundgebung und der Gegendemonstration in Massen wissen: Als gesellschaftlich engagierte Menschen, Migranten usw. droht ihnen bei zunehmendem  AFD- Einfluss in unserer Region  ein ähnliches Schicksal. Da klare Signale zu geben, dass man nicht aufgeben wird  und weiter gegen eine demokratiefeindliche Partei kämpfen wird. ist absolut legitim. Denn  die AFD will mit den Mitteln der Demokratie diese abschaffen.

Für die realen Probleme hat die AFD keine Lösung. Und es sollte uns nicht gleichgültig sein, wenn ein  selbst erklärter  Nazi sich in die Lokalpolitik einmischen will. Tatsächlich hat die Probllösung längst angefangen – keinen von der AFD hat das interessiert. Es ist halt mühsame alltägliche Kärrnerarbeit, Sprechen miteinander  an runden Tischen und dort Lösungswege finden. Aber darüber wird halt nicht so  prominent berichtet.

Erich Kästner, dessen Bücher von den Nazis verbrannt wurden, sagte:

“Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat. „

 

In diesem Sinne sorgen wir jetzt dafür, dass die Lawine erst gar nicht entsteht.

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