Nach Corona: Was wir vermisst haben werden

Ein Blogbeitrag von Robert Habeck – Original veröffentlicht unter: https://www.robert-habeck.de/texte/blog/nach-corona-was-wir-vermisst-haben-werden/

Worüber wir nachdenken müssen, wenn die Corona-Krise vorbei ist.

Allein im Dreierabteil

Dass alles anders ist, spürt man manchmal in den kleinen Momenten. Ich persönlich letzte Woche auf der Fahrt mit dem Nachtzug von München nach Hamburg. Eigentlich hätte ich Kommunalwahlkampf in Bayern machen wollen, aber wegen des Corona-Virus hatten die Grünen alle Veranstaltungen abgesagt. Wir verlegten den Wahlkampf tagsüber ins Internet, und abends, um 22:50 Uhr, stieg ich in den österreichischen Nachtzug. Ich hatte beim Buchen am Morgen noch Glück gehabt und das letzte freie Bett in diesen immer ausgebuchten Zügen bekommen. Als der Zug losrumpelte, stand ich aber allein im Dreierabteil. Und so blieb es. Ich ahnte, dass meine Mitreisenden aus Sorge, Vorsicht und Rücksicht zuhause geblieben waren.

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Habermas und Onkel Heini. Der Ratgeber „Sag was. Radikal höflich gegen Rechtspopulismus argumentieren“

Sag was!: Radikal höflich gegen Rechtspopulismus argumentierenJürgen Habermas, der inzwischen 90jährige Philosoph der Frankfurter Schule, legte vor fast 40 Jahren seine „Theorie des kommunikativen Handels“ vor.  Eine seiner Hauptthesen: Die Vernunft realisiert sich mittels Sprache in Kommunikation, im Diskurs. Damit hat es Onkel Heini nun so gar nicht. Er ist der Anti-Held des hier besprochenen Buches. Wahrscheinlich hat er von Habermas noch nicht allzu viel gehört; das aber macht ihn nur noch meinungsstärker. Auf  Sonntagsnachmittagsspaziergängen monologisiert er von „Systemparteien“ und „Flüchtlingswelle“. Und provoziert damit – ob er’s will oder nicht – vernunftgeleitete Gegenrede.

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Unna hat Corona – wir wollen helfen!

Das öffentliche Leben kommt wegen des Ansteckungsrisikos von Corona langsam zu Erliegen, auch in Unna. Das bedeutet für viele Menschen in unserer Stadt eine große Umstellung und verlangt eine Neu-Organisation der Lebensabläufe im Alltag. Während die einen die Zeit genießen können und ihr Leben bei einem guten Buch entschleunigen, steht für viele unserer Bürger*innen der Alltag Kopf. Kinder müssen betreut werden, Einkäufe erledigt und soziale Kontakte anderweitig aufrecht gehalten und gepflegt werden. Auf die Menschen, die in den sozialen und medizinischen Pflegeberufen arbeiten, kommt eine sehr hohe Belastung zu, Sicherheit und Ordnung müssen weiter von den Behörden gewährleistet werden.

Während die Nachrichten sich in den letzten Tagen und Stunden überschlagen, haben die Grünen in Unna schon damit begonnen, in ihrem Umfeld ein grünes Netzwerk von Helfenden aufzubauen um den Unnaer Bürger*innen zu Seite zu stehen.

Wenn Sie Hilfe benötigen, schreiben Sie einfach eine Email an gruenhilft@gruene-unna.de. Bitte geben Sie kurz an, wie wir unterstützen können und wir melden uns umgehend!

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Couragiert – Engagiert – Stark – 3 grüne Frauen aus Unna werden geehrt

Am Sonntag den 8.3.2020 gab es – passend zum internationalen Frauentag – einen weiteren Grund zu feiern: 3 Frauen aus Unna, die sich auch bei den Grünen engagieren, erhielten für Ihre unermüdlichen Einsatz im Ehrenamt eine Würdigung in Form eines Portraits. Das knapp 100 Seiten starke Buch ist in Unna über die Buchhandlung Hornung oder im ZIB erhältlich und enthält neben Charlotte Kunert, Barbara Cornelissen und Regina Ranft noch viele weitere Portraits von engagierten Frauen. Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen auch für die folgenden Jahre noch frohes Schaffen in und um Unna!

v.l.n.r. Charlotte Kunert, Barbara Cornelissen, Regina Ranft

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Podiumsdiskussion zum Thema Feminismus am Internationalen  Frauentag im Schalander

Geladen waren die bereits feststehenden Bürgermeisterschaftskandidat*innen aller Parteien. Der Einladung gefolgt sind neben unserer grünen Kandidatin Claudia Keuchel die Kandidatin der SPD, Katja Schuon sowie der Kandidat der FDP, Frank Ellerkmann.

Die Veranstaltung lief unter der Überschrift „Ist Feminismus in der heutigen Zeit noch notwendig?“ – eine Frage, die allenfalls rhetorisch gemeint sein kann angesichts der vielen Bereiche, in denen Frauen in Deutschland bekanntermaßen und klar belegbar nach wie vor benachteiligt werden.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit der Verlesung einer Spiegel-Kolumne der Autorin Margarete Stokowski mit dem Titel „Bis es weh tut“. Die Kolumne, die einige wichtige Punkte in der feministischen Arbeit aufzeigt, ist im letzten Jahr bei SPON erschienen und kann hier

https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gleichberechtigung-von-frauen-bis-es-weh-tut-a-1272962.html

nachgelesen werden.

Auf die Lesung folgte eine kurze Stellungnahme der langjährigen Gleichberechtigungsbeauftragten Josefa Redzepi, die einige handfeste Zahlen präsentierte und darauf hinwies, dass, während in Unna 51% der Bevölkerung weiblich ist, die Repräsentation des weiblichen Geschlechts weder im Stadtradt noch in den höheren Verwaltungsorganen bei 50% sondern allenfalls bei 25 – 28% liegt. Ebenso wie im Landtag oder im Bundestag sind Frauen deutlich unterrepräsentiert und das bedeutet, in den Worten von Frau Redzepi, dass die weibliche Sichtweise in ungenügender Weise in lokale und in überregionale Politik eingebracht wird. Der Alltag von Frauen gestaltet sich in vielerlei Hinsicht anders als der von Männern, Frauen bringen also andere Interessenschwerpunkte und andere Perspektiven in die politische Diskussion. Perspektiven, die sie mit 50% der Bevölkerung teilen. Um gute und faire Entscheidungen zu treffen, so Frau Redzepi, wäre es notwendig, dass Frauen in gleicher Weise repräsentiert werden wie Männer.

Es folgte die eigentliche Podiumsdiskussion, die damit begann, dass die drei beteiligten Bürgermeisterschaftskandidat*innen sich kurz vorstellten. Claudia stellte gleich zu Beginn ein momentan sehr aktuelles und viel diskutiertes Buch vor („Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez)

https://www.buecher.de/shop/fachbuecher/unsichtbare-frauen/criado-perez-caroline/products_products/detail/prod_id/55695451/ )

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Unna zeigt Menschlichkeit und Haltung

Wir sagen JA!
Unna erklärt sich bereit, bis zu 5 unbegleitete geflüchtete Kinder aus griechischen Flüchtlingscamps aufzunehmen! Zuvor wurde das Für- und Wider stark diskutiert. Auf der einen Seite sahen sich CDU, FDP und FLU, die gegen einen „Alleingang Unnas“ und für das Abwarten auf eine europaweite Lösung plädierten, während SPD, Grüne und Linke „als Vorbild vorangehen“ wollen, um ein „Signal der Menschlichkeit und Humanität“ zu setzen. Als weiteres Gegenargument wurde angeführt, dass auf dem eingerichteten Spenden Konto kaum Geld eingegangen sei. Wenn ihr das ändern wollt, könnt ihr unter Angabe des Verwendungszwecks „Sicherer Hafen“ Spenden an die Stadt Unna IBAN DE92 4435 0060 0000 0810 00 überweisen. Ihr bekommt sogar eine Spendenbescheinigung von der Stadt. Das Argument der CDU, dass Unna die Kosten für die Unterbringung und Versorgung der zusätzlich aufgenommenen Kinder nicht tragen könnte wurde von Ksenija Sakelsek, der Vorsitzenden des Integrationsrates entkräftet: Das Ziel des Städtebündnisses ist es, dass der Bund den Hauptteil der Kosten übernimmt (>90%), wie bei der regulären Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen auch.

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Kahlschlag ohne Überblick – Hat Unna seine Bäume noch im Griff?

Wie die Axt im Walde: Zwei städtische Bäume wurden am Montag den 24. Februar 2020 am Kreishauskreisel gefällt. Mitten am Tag, mitten im Straßenverkehr – an Rosenmontag. Ohne ordnungsrechtliche Genehmigung. Auf Nachfragen ist nicht eindeutig zu erfahren von wem die Bäume gefällt wurden und warum und mit welchem Recht.

Die beiden Kastanien sind Mitte der 90er Jahre als Ersatz für die Abholzung von über hundert Jahre alten Bäumen für den Bau des Kreishauskreisels gepflanzt worden. Als Ersatzpflanzung am Altstandort der historisch gewachsenen Allee fallen die beiden Bäume eindeutig unter die Dienstanweisung des Bürgermeisters, die sich an die Baumschutzsatzung anlehnt. Für die Fällung ist im Umweltausschuss zwingend ein Antrag zu stellen, egal ob Baurecht besteht oder nicht. Das ist nicht erfolgt.

„Für uns als B90/ Die Grünen ist diese Vorgehensweise nicht akzeptabel!“, empört sich Fraktionsvorsitzende Charlotte Kunert über die angebliche Ahnungslosigkeit seitens der Stadtverwaltung. „Dienstanweisung ist Dienstanweisung, und die ist zu beachten. Alles andere wäre ein schlechtes Vorbild für die Bürgerinnen und Bürger.“

„Es kann doch nicht sein, dass hier städtische Bäume von irgendwem illegal gefällt werden, ohne, dass es ernsthafte Konsequenzen nach sich zieht. In der ohnehin baumarmen Stadt Unna sollte insbesondere in der versiegelten Innenstadtnähe jeder Baum einen übergeordneten Schutz genießen. Jeder Baum, der hier gefällt wird, bedeutet einen hohen Verlust für die klimatischen Gegebenheiten. Irgendwann helfen nämlich auch keine Sonnenschirme mehr, um sich vor Sonne- und Hitzeeinstrahlung zu schützen.“ sorgt sich Vorstandssprecherin und Bürgermeisterkandidatin Claudia Keuchel um die Zukunft für die nachfolgenden Generationen.

Kahlschlag am Kreishauskreisel

Aus der Dienstanweisung geht hervor, dass die Bäume geschützt gewesen wären.

 

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Offener Brief zur geplanten Boccia-Bahn in Mühlhausen

Liebe Frau Raupach,

wir haben uns nach einigen Irritationen in der Debatte um einen möglichen Bouleplatz in Uelzen-Mühlhausen ausgiebig sachkundig gemacht und ich hoffe, dass wir Ihre Befürchtungen aufheben können.

In Unna sind in den letzten Jahren immer mehr Bouleplätze entstanden, wie Sie der kleinen Liste entnehmen können:

http://www.gruene-unna.de/wp-content/uploads/2019/04/Boule-Orte-2019.pdf

Die Plätze im Kastanienhof und beim Generationen-Wohnen an der Weberstraße entstanden auf ausdrücklichen Wunsch der Anwohner. Auch der letzt-eröffnete Platz in Kessebüren wurde vom dortigen Heimatverein errichtet und wird von ihm betreut.

Unnas meist-bespielter Boule-Platz auf dem Neumarkt mit 6 Bahnen wird mehrfach in der Woche von unterschiedlichen Gruppen genutzt. Im Sommer treffen sich dort bis zu 50 Menschen zum friedlichen Spielen und Gesprächen. 36 Spieler können maximal mitkugeln. Polizei, Ordnungsamt, Jugendamt und Anlieger berichten, dass seit der Anwesenheit der Boulespieler die konfliktgeladenen Aufläufe von Jugendlichen fast gänzlich zum Erliegen gekommen sind. Ähnlich hatten die Jugendprobleme auf dem Nicolai-Schulhof entspannt, als dort Unnas erster Bouleplatz entstanden war. Er wurde leider gepflastert. Aber Anwohner berichten noch heute von der positiven sozialen Kontrolle durch das friedliche Bespielen.

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Hass gehört nicht zu uns!
Hass gehört nicht zu unserem Land, nicht zu unserer Stadt.
 
Unsere Gedanken und Herzen sind bei den Menschen, die um die Toten trauern.
Wir verurteilen die feige Ermordung von 10 Menschen in Hanau aus purem Hass mit rechtsextremen Motiven aus schärfste!
Wir kämpfen gegen Rassismus, Hass und Hetze Seite an Seite mit allen aufrechten Menschen, denen unsere friedliche Heimat wichtig ist.
Angst und Terror dürfen niemals wieder in Deutschland Fuß fassen – wir müssen wehrhaft sein gegen die brutalen Angriffe auf unsere Zivilgesellschaft.
Die Würde des Menschen ist unantastbar!
 
 

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