Ten Brinkes neue Planung für das Einkaufszentrum verschärft die Überschwemmungsgefahr in Massen.
Ten Brinke erweist sich einmal mehr als unseriöser Investor in Unna.
Die zahlreichen Bausünden an der Neuen Mühle sind vielleicht noch in Erinnerung. Zuletzt mussten große Teile der absturzgefährdeten Fassade langwierig erneuert werden.
Nun will sich der Konzern mit der vorgestellten Planungsänderung für das Einkaufszentrum in Massen anscheinend selbst toppen:
Aus rein formalen Gründen ist eine Hochwasserlinie derzeit nicht gültig, die aber weiter eine bestehende Überschwemmungsgefahr anzeigt. Gültigkeit besteht nur deswegen nicht, weil die zuständige Behörde in Arnsberg ihre Arbeit noch nicht gemacht hat. Die Fachbehörde des Kreises Unna betont die weiter bestehende Gefahr durch Überschwemmungen.
Ten Brinke will nun diese gerade nicht gültige Hochwasserlinie überbauen und so die Gebäude näher an den Massener Bach rücken. Dabei waren die alten Planungen schon sehr riskant.
Wie kann denn das sein? Wer glaubt denn ernsthaft, dass man den Massener Bach durch juristische Taschenspielertricks dazu bewegen kann, beim nächsten Starkregen brav in seinem Bachbett zu verweilen?
Die Befragung, bei der eine Mehrheit in Massen sich für das Einkaufszentrum ausgesprochen hat, fand vor dem Hochwasser im Juli 2021 statt. Seitdem haben etliche vormalige Befürworter ihre Meinung geändert.
Vielen ist nun klar: diese Planungen gefährden den Stadtteil, die Häuser und das Hab und Gut der dort wohnenden Menschen.
Beim Hochwasser 2021 wäre im Umkreis der Flutmulde Große Wiese in Massen fast die umliegende Siedlung schlichtweg abgesoffen. Nur wenige Zentimeter fehlten bis zum Überlaufen. Dort hat man noch einmal Glück im Unglück gehabt.
Wer sich bei häufenden Starkregenereignissen auf sein Glück verlassen will, den verlässt es sicher in Zukunft.
Im Übrigen:
Es gibt viele Gründe für die Ablehnung eines Einkaufszentrums an dieser Stelle in Massen. Ein weiterer wichtiger ist der Klimaanalyse zu entnehmen, die die Stadt Unna selbst in Auftrag gegeben hat. Sie wurde in der letzten Wahlperiode einstimmig im Umweltausschuss verabschiedet.
Die Klimaanalyse kann Planungsarbeiten erleichtern und eine fundierte Grundlage für Entscheidungen geben. So findet man im Kartenmaterial die Fläche in Massen, die für die Bebauung mit dem neu überplanten Einkaufszentrum vorgesehen ist. Auf Seite 152 der Klimaanalyse wird sie als bioklimatisch wertvoller innerstädtischer Ausgleichsraum bezeichnet.
Planungshinweise: Erhalten, Ausbauen, Vernetzen, Freihalten von Bebauung
Also das Gegenteil von dem tun, was gerade diskutiert wird.
Gerade als langjährige Umweltausschussvorsitzende und 2020 direkt gewählte Wahlkreiskandidatin in Massen tut es mir in der Seele weh, dass eine Ratsmehrheit Klimapolitik häufig noch als Symbolpolitik betreibt. Man lobt die Konzepte, setzt sie aber viel zu selten um.
Text dieses Schlaglichts: Gudrun Bürhaus
Kartenmaterial: Klimanalyse der Stadt Unna 2024 – es handelt sich um Ausschnitte aus dem Kartenmaterial und der Legende



