Hubertus Rüsche hat Durchblick. Alles andere wäre auch verwunderlich für einen Optikermeister. Konfrontiert man ihn mit einer Problemlage, pflegt er zu sagen: „Ist doch klar!“. Klar wie die Brillengläser, die er nach seiner Lehrzeit in Berlin für die Kundschaft zu zentrieren hatte. Selbstverständlich unter Beachtung des Hornhautscheitelabstandes und des Fassungsscheibenwinkels. Klar war für Hubertus auch, dass er nach seiner Jugend in Unna, die ihn in die freie Jugendszene und zu den Jusos führte, Großstadtluft schnuppern musste. In Berlin tauchte er dann tief in die Kulturszene ein, besuchte Theater und Konzerte. Und hin und wieder einmal ein Sternerestaurant, das den Ehrgeiz weckte, selber zu kochen. Und das alles andere als schlecht!
Dort wurde Hubertus Rüsche der Mister IPRO“ für die neuen Bundesländer. Zitat: „Ipro ist der Partner für Augenoptiker und Hörakustiker mit intelligenten und zukunftsorientierten Soft- und Hardwarelösungen, die dem Anwender ermöglichen seine individuellen Wege zu gehen.“ Seinen Individuellen Weg ging Hubertus, indem er nach langen Arbeitsjahren und manchen Veränderungen in den persönlichen Beziehungen wieder zurück nach Unna kam. Und zwar in ein kleines, wunderschönes Häuschen in der Klostergasse, welches seinen Eltern aus dem Gewinn eines Tabakwarengroß- und einzelhandels zu erwerben, nicht schwer fiel.
Da saß er nun samstagmorgens in der Eisdiele und fand schnell Kontakt zu den Stammbesuchern. (Wer kannte ihn schon am längsten? Klaus Koppenberg, wer sonst?). Bald schon wurde Hubertus „Venezianer“.
Nach einiger Zeit in Unna besucht Hubertus das SpontUN und findet Gefallen an der grünen Politik in Unna. Er ist ein scharfer Beobachter der politischen Szene. Der Rechtsdrall von Teilen der Gesellschaft bewegt ihn bisweilen zu scharfen Kommentaren unten den Beiträgen eines lokalen Online-Nachrichtenportals. Durchblick Unna also!
Etwas ruhiger zu geht es in der Ehrenamtsagentur. Hier hilft Hubertus Rüsche Menschen, sich sinnvoll zu engagieren. Auch auf ihre alten Tage. Die für Hubertus selbstverständlich noch lange nicht gekommen sind. Denn er wurde erst 70 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!
Manfred Hartmann, leidenschaftlicher Venezianer



