GRÜNE UNNA

Heilkräfte an Unnas Wegen: Holunder tut Wunder!

Leuchtend weiss und süß duftig blühen aktuell die Holunderbüsche in und um Unna. „Den Reichtum der Natur gesund und lecker für möglichst alle nutzbar machen!“ ist Grüner Grundsatz. Die Holunderblüte hat nicht nur Frau Holle ihren märchenhaften Namen gegeben. Ihre Blüten zählen zur Wirkstoffgruppe der ätherischen Öldrogen. Neben den ätherischen Ölen mit einem hohen Anteil an freien Fettsäuren enthalten die Blüten Gerbstoffe, Saponine, Schleimstoff, Sterole, Triterpene, Triterpensäuren, Zucker, Kaffeesäure, Mineralstoffe die sowie Flavonoide und Anthocyanglycoside Rutin, Chrysanthemin und Sambucin (im Vergleich zu den Beeren geringen Maße). Sie wirken entzündungshemmend, schweißtreibend, fiebersenkend, schmerzlindernd, beruhigend, ausgleichend, einhüllend, schleimlösend, sekretionsfördernd, entwässernd, Stoffwechsel, besonders Galle- und Leber anregend, ausleitend, Zell- und Gefäßschutz.

Hier das vielfach bewährte Grundrezept für Holunderblütensirup aus:

10  Holunderblütendolden, 2 kg Zucker, 2 Zitronen 60 g Zitronensäure, 2 Liter Gelsenwasser

-Die voll-erblüten Dolden von Grobstielen befreien und ins Kaltwasserbad schütten.

-Das Ganze 2 Tage stehenlassen, danach abseihen.

-Sud mit Zucker und dünnen Zitronenscheiben aufkochen, zum Schluss die Zitronensäure einrühren.

-Den heißen Sirup durch Sieb in saubere Flaschen füllen, je 2 Zitronenscheiben dazu und sofort verschließen.

-Im Kühlschrank hält sich die Zuschuss-Köstlichkeit bis zur übernächsten Holunderblüte.

Einsatzmöglichkeiten:

-heiße Heil-Holle = Sirup mit halb-ausgepresster Zitrone und Heißwasser bei aufkommender Erkältung

-Hugo = mit einem Minzblatt einen kleinen Schuss Sirup in Prosecco, evtl. mit Eiswürfel

-stiller Hugo = mit Weißwein

-armer Hugo = mit Sprudel

-flotte Holle = mit diversen Verstärkern, zB Rum, Gin… auch als kalte Hölle „on the rocks“

-volle Holle = Sirup mit diversen Einlagen und Verdünnungen Bowlenartig. Tipp: Walderdbeere

Gerne auch statt Ahornsirup in Salatsoßen…

Zusatztipps:

-Holunderblütenzeit ist Juni bis August, in diesem Jahr schon Mitte Mai

-Mittags bei Sonne sind die Blüten am Aromatischsten

-August-September ist die Beerenernte. Dann gibt`s bei www.gruene-unna.de die Fortsetzung und die Erntetour!

-Bei Altfeld gibt es in der verborgenen Küchenabteilung schöne Kleinflaschen mit Bügelversschluss

-Die mit nettem Eigen-Etikett sind ein treffliches Geschenk. Als Beilage eignet sich Öko-Prosecco?

-aber Obacht Gährungsgefahren! Zum etwas komplizierteren Holundersekt bitte Omas Rezept testen: https://www.oma-kocht.de/hausgemachter-holunderbluetensekt/

Holundergeschichte/n:

Die Germanen brachten zu Ehren der Göttin Holda oder Holla (im Märchen der Gebrüder Grimm Frau Holle) ihre Opfer unter dem Holunderbaum dar. In den Bauerngärten finden wir heute noch oft den Holunderbaum als beschützenden Hausbaum. Oft wurden sie in direkter Nähe zum Haus gepflanzt. In Tirol zog man vor jedem Holunderbaum den Hut und es war früher in Deutschland unter Strafe verboten, einen „Hollerbusch“ zu beschädigen oder gar zu fällen.

Man glaubte auch, wer einen Holunder fällt, wird krank. Die Göttin Holla war eine milde und freundliche Göttin, die das Leben der Pflanzen und der Tiere beschützte. Die Germanen glaubten, zur Zeit der Wintersonnenwende ziehe die Göttin über die Erde, um mit dem Winter zu ringen und der Erde Fruchtbarkeit und ein neues Leben zu schenken. Die weißen Schneeflocken verglichen sie mit der Helle der Holda. Sie glaubten, ein Mensch, der wie Holda den Weg des Lichtes geht, überschütten die Götter mit Erkenntnis und Weisheit.

Vom Wortstamm her betrachtet stammt Holunder kommt von Hold ab und bedeutet im Alt- und Mittelhochdeutschen günstig, gnädig, treu, ergeben; in der Endsilbe „der“ steckt das althochdeutsche tar und heißt Baum; Holda war die Bezeichnung für einen „Guter weiblicher Geist“. Es war Frau Holle, die wir noch aus dem alten Märchen kennen, die im Holunder weilte und in weiten Teilen Europas als Fruchtbarkeitsgöttin sehr verehrt wurde. Sie liebte die Quellen und galt als Beschützerin der Menschen, Tiere und Pflanzen und als Herrin der Geister, Elfen und Elementarwesen. Als die Welt schlecht geworden war, so hieß es, seien die Feen in den Holderbusch geflohen, in jeder Blütendolde wohne Eine. Holles Farben waren die ihres Baumes: Weiß und rein wie die luftigen, betörend duftenden Blüten, voll Äther und himmlischer Sommerkraft, schwarz wie die Beeren, die überschwängliche Frucht an der Schwelle zum Winter, zum Dunklen, rot wie der Saft, das Blut, der Lebenssaft, die Erde.

Übrigens wartet im SpontUN-Kühlschrank Esthers Holundersirup auf Verköstigung. Bei besonderen Anlässen wir er auch mit Grünkäppchen Öko-Sekt ausgeschüttet! Bei der Zubringertour zur Klimademo nach Hamm gibt es unterwegs Holu-Sprudel. Bitte Gläser mitbringen!

Und noch ein  wichtiger Tipp zu Nutzen der heimischen Natur. Die finale Bärlauchernten ist angebrochen. Die Samenkügelchen speichern das Aroma besonders hefig. Im Bärlauchwald am Bönener Mergelteich sind sie noch reichhaltig beerntbar!

 

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