Beim Beradeln unseres schönen Landes kann man erfreut feststellen, dass mehr als die Hälfte der Fußgängerzonen nachts Radfahren erlauben. In den 90ern hatte Unna als eine der ersten Städte die Nachtfreigabe einstimmig im Rat mit ausdrücklicher Unterstützung von Ordnungs- und Planungsamt und Polizei beschlossen. Ausschlaggebend war ein Besuch Münsters, wo Verwaltung und Polizei vom deutlich erhöhten Sicherheitsgefühl speziell von Fußgängerinnen und Geschäftsleuten durch diese kostenlose „soziale Kontrolle“ berichteten.
In gut 30 Jahren gab es keinen Nachtunfall mit Radbeteiligung. Schulkinder und Frauen wurden jetzt einen Winter auf dunkle und oft spät geräumte Abwege geschickt. Zuwiderhandelnde nahmen Knöllchenrisiko in Kauf von Polizeibeamten, die statt Verbrecher Radfahrer jagen mußten.
Dass E-Scooter- und Radrüpel tagsüber ärgerlich gefährden, ist das einzige Argument der Verbotsparteien. Parallel zur Nachtfahrerlaubnis hatten Politik, Verwaltung, Polizei und ADFC in Gemeinschaftsaktionen tagsüber Gefährder vom Rad geholt und freundlich belehrt. Vielleicht nehmen die Verbieter diesen Tipp ebenso freundlich auf, wie die meisten Radler damals. Gefühlt hielten sich nach der Nachtfreigabe deutlich mehr Radfahren tagsüber an das Verbot!
Verwirrend ist jetzt, dass besonders die Verbieter*innen sich um Sicherheit in der Innenstadt sorgen. Mehr Lampen im Stadtgarten werden vorgeschlagen. Kostenlose sichere Erleuchtung gab es bis letzten Sommer. Das könnte doch einleuchten!
Hermann Strahl hatte die freundlich befriedende 19-9-Uhr Nachtradellösung in langwierigen Gesprächen mit auf den Weg gebracht und gern mit Verkehrspolitiker*innen aus anderen Städten das Modell-Unna beradelt (nach 19 Uhr). Er sieht jetzt Unnas Mitgliedschaft in der AG-Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Städte gefährdet, was Sperre zu vielen Fördertöpfen bedeuten würde. Die Grafik hat Udo Moenikes von KI spontan erstellen lassen.



