GRÜNE UNNA

Lebendiges Erinnern! Weitere Stolpersteine in Lünern und Hemmerde

Fast vier beeindruckende Stunden dauerte die Tour zur Stolperstein-Verlegung zur Erinnerung an die Ermordung von Johann Medrina, Friedrich Mühlenschmidt, Helene Kötitz und Elsa Michalik, vier Unnaer Menschen die unter der Naziherrschaft für „lebensunwert“ erklärt worden waren. Unnas Stadtarchivar Dr. Frank Ahland, der Arbeitskreis „Spurensuche“ um Jürgen Düsberg und sechzehn Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums hatten die Schicksale eindrücklich aufgearbeitet und das Leben und Leiden der Opfer in bewegenden Worten geschildert. Vizebürgermeister Burghard Bönisch und die Ortsvorsteher von Hemmerde und Lünern bekannten sich zum Auftrag des „Nie Wieders“ als Lehre dieser Unnaer Geschichten. Besonders anrührend waren die Beiträge von Angehörigen der Ermordeten, deren Familienforschung sie wieder nach Unna führte. Auch sie schilderten den Weg der Menschen die, nach den Nazi-Euthanasie-Gesetzen ab 1933 herausgerissen aus ihren Familien, zunächst in verschiedene quälende Anstalten, dann über Zwischenanstalten in Tötungsanstalten wie Hadamar im Westerwald verbracht wurden. Hunger, medizinische Versuche, Psychoterror begleiteten sie. Die gefälschten Todesursachen wurden von den Mordärzten oft schon vor den Ermordungen aufgeschrieben. Es lohnt sich im Stadtarchiv Informationen über diese und andere Nazi-Opfer einzuholen und die unterschiedlichen Stolpersteine aufzusuchen. Unnas Grüne machen das regelmäßig. Wir haben auch die Pflegepatenschaft für einige der Steine übernommen. Übrigens freut sich der Arbeitskreis „Spurensuche“ über Mitforschende. Er trifft sich jeden letzten Donnerstags im Monat im Stadtarchiv, das im zib mit lehrreichen Geschichten auf Lernfreudige wartet!

 

Fotos und Text: Grüne Unna

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