GRÜNE UNNA

E-Scooter brauchen Regeln und Raum – und freundliche Verkehrsgespräche

Rechtsanwalt Prof. Dr. Rainer Heß, recht frisches Grünenmitglied in Unna, löste mit seinem Impulsvortrag „E-Scooter – Ärgerniss oder Teil der Verkehrswende“ erfrischende Debatten aus. Nach einem launigen Streifzug durch die Verkehrsgeschichte (schon vor 110 Jahren knatterten Stehroller mit Merkel-Motor durch Berlin) kam er zu erschreckend wachsenden Unfallzahlen mit Scootern als Opfer und Täter, Abstell- und Entsorgungsproblemen und vergifteten Verkehrsdebatten.
Während bei Rennradfahrern und E-Bikes Helme zur vorherrschenden Fahrkultur gehören, ist Kopfschutz bei Scootern kaum zu sehen, die kleinen Räder erhöhen die Sturzgefahr – bei einer hohen Sturzbetrunkenenrate. E-Scooterunfälle haben die höchste Querschnittslähmungsverursachungsrate – und das bei meist sehr jungen Menschen.
Ab 14 Jahre darf ohne Führerschein und Helmpflicht gebrettert werden. Maut-Minister Scheuer erließ 2019 die „Kleinstverkehrs-Verordnung“ und setzte Scootern an das Ende der Verkehrsnahrungskette. Radwege dürfen benutzt werden, aber Fahrräder haben Vorrang. Versicherungspflicht gibt es auch, aber Fahrerfluchten sind auffällig oft Teil der Scoot-Kultur. „Und wer will beweisen, wer den Schaden durch den abgestellter Leih-Scooter verursacht hat?
Unna hat keinen Verleih-Scooter, aber die wachsende Zahl der frech Fahrenden Scootis war Hauptargument der Großkoalition, das Radfahren in der Fußgängerzone nachts zu verbieten. Obwohl es in 30 Jahren kein Nachtunfall dort gab – auch nicht von Scootern. Das freundliche Verkehren in Unna  ist auch dadurch zwischen den unterschiedlichen Verkehsarten sehr aggressiv geworden.
Eigentlich könnten Scooter wunderbare Ergänzungen sein. Geklappt sind sie einfach in Bus- und Bahn mitnehmbar. Aus Eigennutz sollten sich die Hirne belmen. Allerdings ist eine Vetbesserung der Infrastruktur erforderlich, da der ohnehin oft knappe Verkehrsraum für Radfahrer nun auch von E Scootern benutzt werden muss.
Bei Unnas knappem Verkehrsraum, sollte man Kindern, Jugendlichen und Eltern eigentlich eher das Fahrrad nahelegen. Aber dafür wären Diskussionen und Runden wie der Grüne Ratschlag nützlich. Die Nachtfahrverbotsparteien hatten das geblockt. Professor Hess hat versprochen für weitere Verkehrsratschläge zur Verfügung zu stehen. Aber auch andere Grüne Ratschläge sind in Vorbereitung. Und Hoffnungs-stärkende  Klugheit ist immer zum Mit-Teilen geladen!

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